Gedanken zur Kreativität

Kreativität ist wirklich nichts
unfaßbar Schwieriges oder
Geheimnisvolles….
jeder, der denken kann,
ist auch fähig,
Ideen zu haben.

(Stephen Baker)

Über dieses schöne Zitat bin ich gestern zufällig beim Surfen im Internet gestolpert. Ich habe es mir gleich abgespeichert, da ich diesen Ausspruch sehr treffend finde. Passend dazu hörte ich gestern noch von einer Kollegin: „Wieso hast Du diese bunte Pappe gekauft? Willst Du etwa basteln?“ Mitsamt kritischem Gesichtsausdruck und diesem Unterton in der Stimme. Ich muss zugeben, ich war kurz davor sehr ärgerlich zu sein. Was fällt dieser Person eigentlich ein, in so einer Art und Weise darüber zu richten, was ich nun vorhabe oder nicht? Und wenn ich rosa Dinosaurier basteln möchte, ist es doch ganz allein meine Entscheidung und mein Problem. Dann aber dachte ich, dass sie vielleicht neidisch darauf ist, dass ich mir die Zeit nehme (n kann) und sie vielleicht nicht.
Dennoch habe ich mir darüber Gedanken gemacht. Ist es nicht vielleicht genau das, was uns in der Ausübung unserer Kreativität behindert und weshalb ist nicht jedem, egal wie alt, selbst überlassen inwiefern er oder sie sich damit beschäftigt? Wer bestimmt den was „Gut“ und was nicht gut und richtig ist und warum wird Druck auf die ausgeübt, die nicht kreativ im Sinne der Norm sind und gesagt, sie sollen sich diese Dinge aus dem Kopf schlagen anstatt es auszuleben, zu üben und sich so zu verbessern?
Ich glaube mittlerweile. dass die unterdrückte Kreativität und der Gedanke „ich bin sowieso nicht gut genug“ , einer der Gründe ist, weshalb viele Menschen unglücklich sind und auf der Suche nach etwas sind, was sie aber nicht benennen, nicht fassen können. Vielleicht gehört das Ausleben eines bestimmten kreativen Tuns mit zum Menschen dazu? Wer kann das schon so genau sagen?

Ich selbst habe meine Kreativität und das was ich dafür hielt, irgendwann in eine Kiste gesperrt. Diese Kiste trug ich jahrelang in meinem Herzen oder in meiner Seele spazieren, ohne dass ich überhaupt wusste, dass sie noch da war. Bis sich der Inhalt irgendwann bemerkbar machte. Ich begann zu dieser Zeit meine persönliche Suche. Dass es meine Kreativität war, die ich vermisste, bemerkte ich erst vor ungefähr zwei Jahren. Seitdem befasse ich mich auf verschiedenen Ebenen damit, lasse Dinge zu, die nicht nur der reinen Produktivität dienen (zum Beispiel ein Bild malen, dass nicht dazu bestimmt ist aufgehängt zu werden, was aber um des Malen willens entsteht, sonst malte ich, um etwas zu verschönern oder ich nähte um etwas anzuziehen). Damit fühle ich mich sehr viel glücklicher und ausgeglichener wie schon seit Jahren nicht mehr.
Aber eines frage ich mich doch immer wieder: weshalb geht man soweit, dass man es nicht mehr zulässt, sich nicht gut genug fühlt. Ist es eine Sache, die die Eltern vielleicht unbewusst hervorrufen oder die Schule fördert, weil dort in erster Linie das Ergebnis zählt? Bis ich anfing zu arbeiten, hätte ich mich schon als kreativ bezeichnet, wollte zeichnen lernen, fotografieren und sogar Innenarchitektur studieren. Irgendwann begrub ich aber all diese Dinge um mich dem „Ernst des Lebens“ zu widmen und ich der Meinung war, mein Können würde nicht ausreichend sein. Das war sicherlich auch so, aber ich auch nie auf die Idee gekommen, dass dies einfach an der Übung liegen könnte und dass man durch Üben und Ausprobieren auch voran kommen kann.

So, jetzt habe ich den Faden verloren. Was wollte ich nun eigentlich mit diesem Beitrag bezwecken?

Vielleicht ist das einfach der Appell an alle, die sich auch gerade nicht gut genug fühlen oder denken, dass das, was sie machen irrelevant ist und zu nichts führt, lasst Euch nicht unterkriegen, ignoriert die dummen Stimmen, übt und macht einfach das, was Euch Spaß macht!

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