Aufräumen, Durchatmen, Zentrieren

Geht es Euch auch so? Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die dicke Wolkendecke, erhellen Außenwelt, Gemüt und Wohnung und plötzlich möchte man alles was mit Winter zu tun hat loswerden: überzählige Pfunde, Krimskrams, der sich in den letzten Monaten angesammelt hat, alte Zeitschriften, den letzten Engel oder Osterhasen, der sich beim Aufräumen in die Ecke gedrückt hat.
Glücklicherweise kam ich in den Genuss eines zusätzlichen Feiertages Ende Mai und bin an diesem Tag mal meine Chaos-Ecken angegangen. Chaos fabrizieren kann ich leider sehr gut,um nicht zu sagen, ich bin die CHAOS-QUEEN. Im Prinzip nicht das Problem, aber in letzter Zeit fühle ich mich mit der Ausrede „Nur das Genie beherrscht das Chaos“ nicht mehr wohl. Denn das Chaos raubt mir meine Energie. Eine Energie, die ich aber bitter nötig habe, möchte ich das Pensum der mir, meist selbstgestellten, Aufgaben nur annähernd bewältigen. Und so wagte ich mich zwischen dem normalen Wahnsinn, zwischen Wasch- und Bügelbergen, an das Chaos heran. Der große Frühjahrsputz begann direkt am Laptop. Ein bräunliches und unruhiges Hintergrundbild wurde durch ein fröhliches Blaues Bild vom Meer ersetzt, ich räumte Daten weg, die ich aus Organisationsgründen Faulheit einfach auf dem Desktop abgelegt hatte, löschte Verknüpfungen von selten benötigten Programmen, legte ein paar Ordner zusammen und eröffnete nach sinnvoller Struktur Neue. Zudem bereinigte ich mein Mailpostfach von circa 1200 Mails auf 20. Ein unbeschreiblich gutes Gefühl!
Da ich schon einmal dabei war, kappte ich gleich noch einen Energieräuber: die täglichen Newsletter. Einige habe ich mir vielleicht irgendwo „eingefangen“, etliche abonnierte ich aber auch freiwillig. Manchmal bekam ich am Tag locker 80 Mails. Einen Großteil las ich aber schon längst nicht mehr, sondern hortete nur noch. Für später einmal. Doch später kam nie. Ich war E-Mail-Müde geworden.

Nach vollendeter Aufräumaktion konnte ich endloch einmal wieder Durchatmen, ich fühlte mich buchstäblich vom Ballast befreit. Und wieder einmal habe ich festgestellt, dass der Weg, den ich vor einiger Zeit eingeschlagen habe, der Richtige ist. Mich versuchen, auf das Wesentliche zu konzentrieren, zu entrümpeln, Ladenhüter zu entfernen. Ich habe eine Liste mit einfachen und machbaren Näh- und Strickprojekten angelegt. Groß genug, um auswählen zu können, aber auch in einem Rahen, den ich vom Können her bewältigen kann. Frei nach dem Motto: mehr Spaß als Frust! Und in diesem Zusammenhang geistert seit einigen Tagen auch das Wort „Exmatrikulation“ in meinem Kopf herum. Und es hat gar nicht mehr diesen Schrecken, wie noch vor einem Jahr. Entfernt verspricht es sogar eine gewisse Erleichterung. Natürlich dicht gefolgt vom Sturkopf, der mir befiehlt, doch bitte meine Träume zu verwirklichen. Wieder bin ich in diesem Zwiespalt angelangt, der immer wieder aufgetreten ist, seitdem die erste Euphorie der FernUni verflogen ist. Welches ist der richtige Weg? Mein Weg? Bin ich wirklich gescheitert oder um eine Erfahrung reicher? Und was ist eigentlich scheitern?
Fragen, die ich mir in nächster Zeit beantworten muss und mal wieder eine Entscheidung, die getroffen werden muss.
Aber der permanente Druck, unter den ich mich setze, immer ein „ich habe keine Zeit“ auf den Lippen und mich durchs Leben hetze, das muss auch aufhören. Das kann  nicht so weiter gehen und wird sich irgendwann rächen. Wenn wir nicht im Hier und Jetzt leben, wann denn dann?

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2 Gedanken zu “Aufräumen, Durchatmen, Zentrieren

  1. Mr. Slim Down schreibt:

    So einen „Tabula rasa“ – Tag liebe ich! Da wird der Arbeitsplatz zu Hause umgeräumt und die Mails gelöscht. Noch mehr Spass hat es mir gemacht, als ich die Entscheidung für die FernUni getroffen hatte und so ein Gefühl beim Entrümpeln aufkam wie: jetzt fängt etwas Neues an! Bei der FernUni habe ich mir jetzt gesagt: das erste Semester benutzt du dafür, zu sehen, was es wirklich für ein Arbeitsaufwand ist und wieviel Zeit dafür wohl drauf geht (und ich schätze mal: sehr viel!). Und wenn mir das alles nicht so recht zusagt, dann exmatrikuliere ich mich wieder. Und schon meldet sich „die andere Seite“ wieder: „wenn du zu schnell aufgibst, dann kannst du dir deinen Traum nie erfüllen!!!!“ Also bin ich wieder in der Zwickmühle!!!

    • Katja schreibt:

      Ja, das hat ganz schön gut getan, die Aufräumerei! Ich träume allerdings immernoch davon, irgendwann mal so ordentlich zu sein, dass das nicht mehr nötig ist. Aber naja…. FernUni ist schon zeitintensiv, aber es ist durchaus machbar. Das ist ja mein Problem, wenn ich was mache, ist das Ergebnis gut. Aber es ist auch ganz einfach, einfach mal ein Semester zu schieben. Und eh man sich versieht… Ich wünsche Dir ganz viel Spaß und Erfolg bei deinem Vorhaben Fernstudium! Spannend ist es auf jeden Fall. 🙂

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